Seit über 60 Jahren auf Föhr
Unsere Geschichte
Der Zeltlagerverein „unsere welt“ wurde 1958 von Mitgliedern des Landesverbandes Hamburg der Sozialistischen Jugend Deutschlands „Die Falken“ mit der Aufgabe gegründet, für die traditionelle Zeltlagerarbeit der „Falken“ mit Kindern und Jugendlichen einen geeigneten Platz zu erwerben und zu betreiben.
Der Zeltplatz
Im Januar 1963 konnte der Verein ein Wiesengelände mit eigenem Strand bei Nieblum auf Föhr für den Zeltlagerplatz „unsere welt“ erwerben. Im Sommer desselben Jahres haben die Hamburger „Falken“ ihr erstes Zeltlager, den Falkenstaat „unsere welt“, auf diesem Platz durchgeführt.
Seitdem bewirtschaftet der Zeltlagerverein „unsere welt“ den Platz in ausschließlich ehrenamtlicher Arbeit. Seine Mitglieder und über hundert Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sorgen in ihrer Freizeit für den Unterhalt des Platzes und die Versorgung seiner Gäste. Viele verbringen in jedem Sommer zwei bis vier Wochen auf dem Platz nach dem Motto: einen Tag Arbeit auf dem Platz, den nächsten Tag Urlaub. Nur so war es möglich, den Platz über fünfzig Jahre wirtschaftlich zu führen und die Eigenmittel zu erwirtschaften, die neben öffentlichen Zuschüssen erforderlich waren, um die Gebäude zu errichten und zu erweitern, über die der Platz heute verfügt: Das Wirtschaftsgebäude mit Großküche, Sanitätsstation und Büros, das Sanitärgebäude, die Mehrzweckhalle und das Aktions- und Informationszentrum.
Heute umfasst der Platz mehr als 8 ha und steht nicht nur den „Falken“ zur Verfügung, sondern auch anderen Kinder- und Jugendorganisationen, Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, Kinder- und Jugendabteilungen von Sportvereinen sowie Schulklassen.
Etwa 85.000 Kinder und Jugendliche werden am Ende dieser Saison (2018) ihre Ferien auf dem Zeltlagerplatz „unsere welt“ verbracht haben.
Januar 1958
Gründung des Vereins durch den Landesverband Hamburg der „Falken“ auf Initiative der Kinderringleitung.
Hermann Echtermeyer wird als Vorsitzender gewählt.

Januar 1963
Erwerb des Geländes bei Nieblum auf Föhr und Abschluss eines Vertrags mit der Gemeinde Nieblum über die Einrichtung eines Zeltlagerplatzes auf dem Gelände. Das Grundstück kostete mit Erschließung 270.000 DM. Zusammen mit den Baukosten für Küche und Sanitärgebäude ergaben sich 543.000 DM. Davon hat der Verein 109.000 DM aufgebracht, der Rest kam aus dem Bundesjugendplan und vom Land Hamburg.

Sommer 1963
Durchführung des ersten Zeltlagers – des Falkenstaats „unsere welt“ – der Hamburger „Falken“ auf dem neuen Platz. Küche, Waschanlagen und Toiletten wurden in Zelten untergebracht, Sickergruben wurden ausgehoben, Fundamente geschüttet. Das umfangreiche Material wie Zelte, große Gaskocher, Kessel und Pfannen wurden im Zeltmateriallager der Jugendbehörde Hamburg geliehen und mit dem Küstenmotorschiff „Juul“ nach Wyk verschifft, weil die Wyker Reederei noch keine großen Autofähren hatte.

Sommer 1965
Einweihung des Sanitär- und des Küchengebäudes, die mit viel Eigenarbeit erstellt waren. Sie waren kleiner als beantragt und eigentlich notwendig. Größere Bauten wollten die Hamburger Behörden nicht bezuschussen.

Sommer 1968
Fertigstellung eines Vorbaus für die Küche, in Eigenarbeit erstellt und von der Gemeinde Nieblum geduldet, mit Fensterscheiben von Hamburger Straßenbahnen, die gerade abgeschafft wurden.

Sommer 1976
Einweihung der Mehrzweckhalle, fünf Jahre nach Stellung des Bauantrags, dessen Genehmigung erst durch eine Klage vor dem Verwaltungsgericht erreicht werden konnte. Die Einweihung war auch nur eine provisorische, weil der Hallenboden noch nicht fertig war. Die Kosten von 522.000 DM wurden zu etwa gleichen Teilen vom Landesjugendplan Hamburg, vom Bundesjugendplan und vom Verein aufgebracht. Darin war der Ausbau des Kellers noch nicht enthalten. Der erfolgte anschließend in Eigenleistung.

1982
Erweiterung des Sanitärgebäudes um einen Duschraum, einen Waschraum, zehn Toiletten und Ausbau der Abwaschanlage. Später kam noch das Vordach an der Ostseite hinzu.

Sommer 1983
Der Bundesverband der Sozialistischen Jugend Deutschlands „Die Falken“ nimmt die in den 1950er Jahren begründete Tradition der Bundeskinderlager mit einem Lager auf dem Zeltlagerplatz "unsere welt" wieder auf. Damit will er auch an die Gründung der Kinderfreundeorganisation vor 60 Jahren erinnern. Das Lagermotto lautet: ,,Kämpfer der Zukunft – Arbeiterkinder für Frieden und Arbeit".

1986
Erwerb der ersten eigenen Zelte des Vereins: 75 Hauszelte und 12 Großzelte für 255.000 DM. Das wurde entschieden, weil die Freie und Hansestadt Hamburg die Miete für die Zelte aus ihrem Zeltgerätelager auf das Zehnfache erhöht hatte.

Sommer 1987
Anbau einer Selbstversorgerküche an der Südwestecke des Sanitärgebäudes.

Januar 1995
Hermann Echtermeyer kandidiert bei der Mitgliederversammlung nicht mehr für das Amt des Vorsitzenden, das er fast 36 Jahren innegehabt hatte, und wird zum Ehrenvorsitzenden gewählt. Heike Langneff wird als Vorsitzende gewählt. Sie war seit 1979 Mitglied des Vorstands und seit 1984 stellvertretende Vorsitzende.

Sommer 1998
Fertigstellung des Wirtschaftsgebäudes nach grundlegender Modernisierung und großzügiger Erweiterung. Das Konzept für diese Maßnahme war bereits Ende 1995 vom Vorstand beschlossen worden, nachdem sich abzeichnete, dass auch am Meedsweg Erdgas gelegt werden sollte. Das Gebäude umfasste nun: Eine Großküche mit allen Nebenräumen, eine Sanitätsstation mit zwei Krankenzimmern und einem Behandlungsraum sowie zwei Büroräume. Die Kosten betrugen 1.155.000 DM. Die Zuwendungen vom Hamburger Amt für Jugend betrugen 429.000 DM, die von der Stiftung „Deutsche Jugendmarke“ 250.000 DM. Die restlichen 476.000 DM hat der Verein aus Eigenmitteln erbracht, davon 46.000 DM in Form von Eigenleistungen seiner ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Januar 1999
Unter dem Motto „Auf die Zukunft – fertig los!“ findet das Bundeskinderlager der Sozialistischen Jugend Deutschlands „Die Falken“ auf dem Zeltlagerplatz „unsere welt“ statt.

Sommer 2000
Bauabnahme für die Renovierung und Erweiterung des Sanitärgebäudes: Modernisierung der Sanitäranlagen, Anbau von Lagerräumen in Anschluss an die Selbstversorgerküche, Erneuerung der Heizungsanlage mit neuer Heizzentrale und Überbauung des maroden Flachdachs mit einem Schrägdach. Die Gesamtkosten von 380.000 DM werden durch Zuschüsse der Freien und Hansestadt Hamburg und der Stiftung „Deutsche Jugendmarke“ sowie Eigenmittel des Vereins aufgebracht. Gleichzeitig wird die Solaranlage für die Warmwasserversorgung auf dem Dach des Sanitärgebäudes eingeweiht – damals die größte ihrer Art auf der Insel. Diese Anlage wurde als Modellprojekt der Energiestiftung Schleswig-Holstein gefördert.

Juli 2003
Mit vielen Gästen auf dem Platz feiert der Verein ein Doppeljubiläum: 45 Jahre Zeltlagerverein und 40 Jahre Zeltlagerplatz „unsere welt“, mit einer stolzen Bilanz: 73.000 Kinder und Jugendliche haben in dieser Zeit Ferien auf dem Platz erlebt. Einen Tag später, gegen 22.30 Uhr, fegt eine Windhose über den Platz. Etliche Zelte werden den Kindern „über dem Kopf" weggerissen. Die Kinder werden in die Halle evakuiert. Glücklicherweise gib es keine Verletzten, aber 32 Zelte sind beschädigt.

August 2008
Einweihung des Aktions- und Informationszentrums mit Selbstversorgerküche, lnternetcafe, Gruppenraum, Werkstatt und Nähraum anstelle der alten Schuppen hinter der Mehrzweckhalle im Rahmen der Feier des 50. Vereinsjubiläums. Das Konzept für das Zentrum war seit 2005 entwickelt worden. Die Finanzierungsanträge wurden im Sommer 2006 geschrieben. Die Gesamtkosten von 343.000 € wurden mit 150.000 € von der Freien und Hansestadt Hamburg und mit 120.000 € von der Stiftung „Deutsche Jugendmarke" bezuschusst. Den Restbetrag von 73.000 € hat der Verein aus Eigenmitteln und durch Eigenleistungen erbracht.

Februar 2011
Bei der Mitgliederversammlung erklärt die Vorsitzende Heike Langneff-Riedel, dass sie nicht mehr für den Vorsitz kandidieren möchte, um eine Beitrag dazu zu leisten, dass die Vorstandsarbeit in jüngere Hände übergeht. Zur Unterstützung des Vorstands, insbesondere im Bereich Finanzen, stehe sie aber gern noch zur Verfügung. Die Versammlung wählt den langjährigen stellvertretenden Vorsitzenden Peter Voß zum Vorsitzenden und Heike Langneff-Riedel zur stellvertretenden Vorsitzenden.

April 2013
Die Mitgliederversammlung wählt Peter Voß erneut zum Vorsitzenden. Zum stellvertretenden Vorsitzenden wird Wolfgang Kirstein gewählt.

April 2014
Mit der Aufnahme von zwei jüngeren (u40) Falkenmitgliedern in den Vorstand wird ein notwendig gewordener Generationswechsel im Verein eingeleitet. Bernd Kruse löst Peter Voß ab und wird neuer Vorsitzender des Vereins. Peter Voß übernimmt das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden und Wolfgang Kirstein bleibt als Beisitzer im Vereinsvorstand.

Mai 2020
Die Mitgliederversammlung beschließt die Änderung des Vereinsnamen. Der Verein heißt nunmehr: zeltlagerverein "unsere welt" e.V.

April 2023
Flachere Hierarchien und breitere Verantwortung: die Mitgliederversammlung beschließt ein neues Vorstandsmodell. Künftig gibt es keine/n Vorsitzende/n mehr sondern nur noch Vorstandsmitglieder. Unter diesen werden Verantwortlichkeiten aufgeteilt.

2025
Mit der Aufnahme von zwei 19jährigen Genossinnen ist der Generationswechsel im Vereinsvorstand zunächst abgeschlossen. (Auf dem Bild sieht man die aktuellen UnterstützerInnen und den Vorstand). Unter den acht Vorstandsmitgliedern befinden sich drei weibliche Personen (37,5 % Frauenanteil); das Durchschnittsalter der Vorstandmitglieder beträgt 42 Jahre (Stand: 08/2026).
